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Qimonda meldet Insolvenz an

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Geschrieben von nh   
Freitag, 23. Januar 2009

„Ich bedauere, dass es Qimonda nicht gelungen ist, die Finanzierung des Business-Planes zustande zu bringen“, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk heute, nachdem das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat.

Der Freistaat sei, so Jurk, mit dem Angebot eines Betriebsmittelkredites in Höhe von 150 Mio. Euro zur Sicherung der Liquidität an die Grenze des Vertretbaren gegangen. Der Freistaat sei darüber hinaus bereit gewesen, gemeinsam mit dem Bund die notwendigen Investitionen am Standort Dresden (rund 1,2 Mrd.) mit Bürgschaften für Bankkredite zu unterstützen. Für beides, so Jurk, sei jedoch erforderlich gewesen, dass die Gesamtfinanzierung über die Laufzeit der Maßnahmen geschlossen ist und eine längerfristige Perspektive geschaffen wird. Dies sei Qimonda nicht gelungen.

„Der Freistaat hat alles versucht, um für Qimonda am Standort in Dresden eine längerfristige Perspektive zu schaffen“, so Jurk, der betonte, dass die von Qimonda entwickelte neue Chip-Technologie mit ihrem deutlichen Vorsprung vor den Wettbewerbern wesentlicher Grund für das Engagement des Freistaates gewesen sei. Die Entwicklung auf dem Markt für Speicherchips ist aber gerade in jüngster Zeit noch schlechter verlaufen als es vorherzusehen gewesen sei. Die Preise auf dem Weltmarkt seien in den letzen Monaten des Jahres 2008 noch einmal deutlich gefallen, so dass auch Weltmarktführer Samsung Defizite eingefahren hat.

Dadurch ist ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf bei Qimonda entstanden, über den die Beteiligten am Rettungspaket erst zu Beginn dieser Woche informiert worden seien.

Um die Frage zu beantworten, ob und in welchem Umfang diese Lücke mit Hilfe der staatlichen Hand geschlossen werden könne, sind am 21. Januar Vertreter der Bundesregierung, Portugals, des Freistaates Bayern und des Freistaates Sachsen mit dem Vorstand von Qimonda und Infineon und der finanzierenden Hausbank zusammen gekommen. Weder Infineon, noch der Freistaat Sachsen noch die Bundesregierung hätten sich in der Lage gesehen, sich auf der Grundlage der dort vorgelegten Finanzierungskonzepte zu engagieren.

„Für Sachsen kommt es jetzt darauf an, neue Ideen und Technologien für die Sicherung und Weiterentwicklung des Mikroelektronikstandortes Sachsen zu entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sind weiterhin gut. Mit AMD und Infineon verfügt Sachsen weiterhin über führende Unternehmen der Branche“, so Jurk in einer ersten Reaktion. Bei Qimonda werde sich der Freistaat für eine Fortführung einsetzen. Jurk: „Wir stehen auch wie bisher mit unseren Fördermöglichkeiten zu Seite, wenn ein Investor ein überzeugendes Konzept vorlegt.“

„Wir werden alles tun, um die Möglichkeiten zu nutzen, die sich durchaus auch in einem Insolvenzverfahren ergeben“, kündigte Jurk Unterstützung auf dem weiteren Weg an.

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