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Richtfest an Leipziger Uni Hauptgebäude

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Geschrieben von nh   
Dienstag, 21. Oktober 2008

Richtfest am Augustusplatz für den Neubau des Hauptgebäudes, des Aula-/Kirchengebäudes und des großen Hörsaales der Universität Leipzig

Sachsens Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland hat heute gemeinsam mit Vertretern des Wissenschaftsministeriums, der Universität Leipzig und den Bauleuten Richtfest für den Neubau des Hauptgebäudes, des Aula-/Kirchengebäudes und des großen Hörsaals der Universität Leipzig gefeiert. Damit nimmt das zweitgrößte Bauvorhaben in Sachsen seit der Wiedervereinigung weiter Gestalt an. Der Minister dazu: „Es ist eine große Herausforderung und eine lohnenswerte Aufgabe, für eine Universität zu bauen. Deshalb, weil die Investition in eine Bildungseinrichtung immer eine Investition in Köpfe ist und wir damit unsere Zukunft gestalten. Für den Freistaat Sachsen sind die Baumaßnahmen am Augustusplatz ein komplexes und facettenreiches Vorhaben, weil dies die größte Universitäts-Baustelle in Deutschland ist und es darauf ankommt, die richtige Balance zwischen architektonischem Ausdruck, künftiger Nutzung, Interessen der Universität und Interessen der Leipziger Bürger zu finden.“

Das Bauvorhaben wird in repräsentativer Lage - mitten in der Stadt am Leipziger Augustusplatz - realisiert. Ein langgestreckter Innenhof - das sogenannte Leibnizforum - bildet das Zentrum des Campus und wird durch Gassen und Passagen eng mit dem Stadtgefüge verknüpft.

Nach dem Neubau der Mensa, der Sanierung des Hörsaalgebäudes und dem Institutsneubau für die Wirtschaftswissenschaften ist nunmehr der Rohbau des 4. Bauabschnitts fertiggestellt. Er besteht aus zwei Bereichen (1. Bereich: großer Hörsaal und Hauptgebäude: Neues Augusteum, 2. Bereich: Aula-/Kirchengebäude).

Der Wettbewerbsentwurf des niederländischen Architekten Erick van Egeraat (Büro: EEA - Erick van Egeraat associated architects, Rotterdam) orientiert sich in seiner Formensprache an den historischen Vorgängerbauten, die in einer modernen, expressiven Architektur neu interpretiert werden. So entstehen in einer neuen Form der Portikus des früheren Augusteums und die Silhouette der früheren Paulinerkirche wieder. Das künftige Erscheinungsbild der Universität am Augustusplatz ist damit modern und prägnant zugleich und setzt ein markantes Zeichen in der Leipziger Innenstadt.

Im Bereich der ehemaligen Universitätskirche St. Pauli entsteht das Aula-/Kirchengebäude. In diesem werden Festveranstaltungen und Vorlesungen der Universität stattfinden aber auch Gottesdienste, Konzerte und Ausstellungen. Die Anzahl der Plätze beträgt 600. Der große Hörsaal im Hauptgebäude wird eine Kapazität von 790 Plätzen haben.

Die Baukosten für den 4. Bauabschnitt belaufen sich auf rund 76 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen strebt die Fertigstellung bis zur 600-Jahr-Feier der Universität Ende Oktober 2009 an. Insgesamt sollen die Kosten für den Campus Augustusplatz bei 190 Mio. Euro liegen.

Die Tragekonstruktion des Hauptgebäudes sowie des Aula- und Kirchengebäudes entstanden aus Stahlbeton. Die Fassaden erhalten zum Augustusplatz hin eine hochwertige Verkleidung aus verschieden farbigen Natursteinen. Ein dunkler, zum Teil grünlich wirkender Serpentinit wird sich mit dem hellem Kirchheimer Muschelkalk abwechseln. Dazu treten Streifen aus bedrucktem Glas. Das Dach über dem Aula-Kirchengebäude nimmt die Institute für Mathematik und Informatik auf. Die Dachschrägen sind daher die Fassade für diese universitären Räume. Sie sind voll verglast und mit einer speziell entwickelten Konstruktion aus Steinlamellen vor zu großer Aufheizung durch die Sonneneinstrahlung geschützt.

Eine Besonderheit beim Aula- und Kirchengebäude ist die Anordnung der Fensterrosette oberhalb des Chorfensters neben der Mittelachse. Der Architekt hat mit dieser Gestaltung deutlich gemacht, dass es sich nicht um eine originalgetreue Rekonstruktion handelt, sondern um eine künstlerische Interpretation der Vorgängerbebauung. Das Unrecht der Sprengung der Paulinerkirche findet nicht zuletzt in der verschobenen Lage der Fensterrosette seine bauliche Umsetzung.

Die aus der Paulinerkirche geborgenen Kunstschätze und Ausstellungsstücke werden mithilfe eines Kunstkonzeptes für den gesamten Campus mit der Architektur harmonisch verbunden. Darin einbezogen sind u.a. das Schinkel-Tor, Epitaphien und Grabplatten.

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