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Neue Stiftung führt Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte in Großbothen weiter

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Geschrieben von nh   
Donnerstag, 27. November 2008

Die Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte (WOG) in Großbothen (Landkreis Leipzig), die bisher im Besitz des Freistaates Sachsen ist, wird künftig von der neuen, rechtsfähigen, gemeinnützigen "Gerda und Klaus Tschira Stiftung i. Gr." (GKTS) weitergeführt. Die Stiftung wird zum 1. Januar 2009 die Liegenschaft vom Freistaat Sachsen erwerben. Dem hat der Finanzausschuss des Landtags auf Vorschlag von Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland heute mit überwältigender Mehrheit ohne Gegenstimmen zugestimmt.

Finanzminister Unland: „Die Aktivitäten der Gerda und Klaus Tschira Stiftung sind ein herausragendes Beispiel für privates Engagement in den Wissenschaften. Ich freue mich sehr, dass damit ein Träger gefunden wurde, der die Gedenkstätte im Sinne Wilhelm Ostwalds weiterführen wird. Die Stiftung wird nicht nur das Gedenken an den Leipziger Chemie-Nobelpreisträger pflegen, sondern vor allem auch jungen Menschen den Zugang zu den Naturwissenschaften eröffnen. Dem großzügigen Einsatz der Stifter ist es zu verdanken, dass in Großbothen ein Leuchtturm der Wissenschaftsvermittlung entstehen wird.“ Klaus Tschira habe sich durch vielfältige Initiativen um die Vermittlung naturwissenschaftlichen Denkens in der Öffentlichkeit verdient gemacht. Gerade bei Kindern und Jugendlichen müsse durch neue Wege der Wissensvermittlung Verständnis und Interesse für die Wissenschaften geweckt werden, erklärte Unland.

Die Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte wurde bisher u.a. als Museum und Tagungsstätte genutzt. Wie diese Nutzung in Zukunft erweitert wird und welche Projekte der neue Träger plant, werden die Stiftung und das sächsische Finanzministerium auf einer gemeinsamen Veranstaltung am 17.12.08 in Großbothen erläutern. Dazu erfolgt rechtzeitig eine gesonderte Einladung.

Der Physiko-Chemiker Wilhelm Ostwald (2.11.1853 in Riga – 4.4.1932 in Leipzig) gilt als Vater der Katalyse. Ostwald lehrte und forschte an der Leipziger Universität. 1909 erhielt er den Nobelpreis in Chemie. Darüber hinaus ist er als Maler und Namenspatron des 'Ostwaldschen Farbenkreises' bekannt. Im Wilhelm-Ostwald-Museum auf dem Gelände der WOG wird sein wissenschaftliches und künstlerisches Lebenswerk dargestellt.

Gerda Tschira betreibt das von ihr gegründete Carl Bosch Museum Heidelberg. Ihre vielfältige Erfahrung in der Ausstattung und dem Betrieb eines naturwissenschaftlich-technischen Museums wird sie in die künftige Ausgestaltung des Wilhelm-Ostwald-Museums einbringen.

Klaus Tschira gründete 1995 in Heidelberg die Klaus Tschira Stiftung gGmbH (KTS), eine der größten privatrechtlichen, gemeinnützigen Stiftungen. Die KTS fördert Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik in Forschung und Lehre sowie die Wertschätzung dieser Disziplinen in der Öffentlichkeit.

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