Nymphenbad im Dresdner Zwinger wieder geöffnet |
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Geschrieben von nh
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Freitag, 22. August 2008 |
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Ab heute kann die barocke Baukunst des Nymphenbades im Dresdner Zwinger wieder in Augenschein genommen werden. Die Sanierung einer der ältesten Baugruppen in der meistbesuchten Schlossanlage Sachsens (2 Millionen Besucher pro Jahr) ist damit abgeschlossen und wurde von Sachsens Finanzminister Prof. Georg Unland im Rahmen einer Feierstunde gewürdigt:
„Für alle, die an den Planungen und Ausführungen der Baumaßnahme beteiligt waren, war es eine besondere Herausforderung, den hohen baulichen und bildhauerischen Ansprüchen von Pöppelmann und Permoser gerecht zu werden. Zum Gelingen haben viele beigetragen und es ist für die Dresdner und ihre Gäste ein schöner Moment, das Nymphenbad nun wieder zum Verweilen nutzen zu können.“
Der Freistaat Sachsen hat rund 2,6 Millionen Euro in diese Baumaßnahme investiert, die unter Leitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Dresden I, stand. Das Gesamtbauprogramm für den Zwinger beläuft sich auf rd. 54 Millionen Euro. Große Teile dieses Programms wurden bereits realisiert, so die Sanierung der Porzellansammlung mit ihren verschiedenen Galerien und des Glockenspielpavillons. Dafür wurden bis Ende 2007 bereits 37,5 Millionen Euro verbaut. Nach dem Nymphenbad rücken der Mathematisch-Physikalische Salon (12,5 Millionen Euro) und ab 2009 der Wallpavillon in den Mittelpunkt der Bautätigkeiten.
Das Nymphenbad entstand im Zeitraum zwischen 1712 und 1719. Fertig gestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich.
Der Nymphenbad wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann – wie übrigens der gesamte Zwinger – aus Sandstein (aus dem Elbsandsteingebirge) und als eine Art Baukasten konstruiert. Das war ein großer Vorteil bei der Sanierung. Einzelne Teile konnten somit herausgenommen, neu gefertigt oder saniert und anschließend wieder eingesetzt werden.
Zur Zeit seiner Enstehung fehlten im Nymphenbad das steinerne Mittelbecken und die Nymphen in den Nischen der östlichen Fassade. Diese bauliche Unvollkommenheit führte zu einer Art Dornröschenschlaf des Bades, aus dem es erst wieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geweckt wurde. Verantwortlich dafür war der Architekt Dr. Hubert Ermisch, der die Wasserspiele rekonstruierte und das Mittelbecken bauen ließ. Der Bildhauer Georg Wrba fertigte die fehlenden Nymphen samt Sockel für die östliche Fassade. Damit war das Nymphenbad barocker als je zuvor.
Im September 2006 wurde mit der Planung und Sanierung begonnen. Heute – nach fast zwei Jahren Bauzeit – sind die Außenhülle und die Treppen wieder hergestellt. Das Wasserbecken ist abgedichtet, die Betriebs- und Steuertechnik ist auf dem neuesten technischen Stand und erstmals wurde auch eine dezente Beleuchtung für die Abendstunden eingebaut.
Einen hohen Anteil am Gelingen der Baumaßnahme hatte die Zwingerbauhütte. Hier wurden Arbeiten im Wert von rund 300.000 Euro durch Eigenleistungen erbracht und insgesamt 166 Einzelteilen (z.B. 85 Baluster, 18 Nymphen, Vasen und Figuren) ihr barocker Ursprung zurückgegeben. Besonders die Restaurierung der Nymphen hatte es in sich, da diese auf Grund einer ÖlÜbermalung aus dem 19. Jahrhundert im Innern stark mit Salz belastet waren. Sie kamen in den Genuss einer „Wellnesskur“ und sind heute schöner denn je.
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